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Episode 15   (12. Juni 2010)

Schön heiss war's diese Woche, puh... schwitz...

Ist' dann mal einige Tage hintereinander trocken sind in der Umgebung alle Bauern auf den Beinen oder besser gesagt auf dem Traktor zu finden und bewirtschaften ihre Grünflächen. Ich dachte immer man nennt den Grasschnitt im Allgemeinen Heuen. Weit gefehlt... ich wurde eines Besseren belehrt und jetzt aufgepasst:

Der erste Schnitt wird in heutigen Produktionsverfahren nicht als Heu, sondern weit überwiegend zu Silage konserviert. Es ist nährstoffreicher bzw. hat einen niedrigeren Anteil an Strukturkohlenhydraten als Heu. 

Sicherlich hat schon jeder solche Siloballen auf den Feldern gesehen: 


Im Gegensatz zu Heu mit einer Trockenmasse von 86 bis 88 Prozent wird Grassilage schon bei 45 bis 60 Prozent eingefahren. Sie enthält dann also 40 bis 55 Prozent Restwasser. Dem Gras haften Milchsäurebakterien auf natürliche Weise an, die bei der Heugewinnung durch Trockenheit und freien Luftzutritt bewusst inaktiviert werden. Beim Silieren dagegen schafft man ihnen mit voller Absicht gute Voraussetzungen für ihre überproportionale Vermehrung: Hoher Druck und Luftabschluss durch die umschliessende Folie erzeugen ein sauerstoffarmes Klima im Ballen.

Dank dem hohen Rohfaser- und Eiweissgehalt gilt Silage als hochwertiges Grünfutter für die Rinder. Wir verfüttern zum Beispiel Silage während den Wintermonaten. Da die Rinder durch die Fermentation im Pansen in der Lage sind die Struktur-Kohlenhydrate zu verdauen wird Silage vor allem für Wiederkäuer insbesondere den Rindern gefüttert. Für Pferde ist Silage eher ungeeignet da es meist unter 45% Trockenmasse hat und die Pferde die Milchsäurebakterien nur schlecht verdauen können. Eine Kolik könnte dadurch begünstigt werden.

Silage entsteht ähnlich wie Sauerkraut durch Milchsäuregärung aus angewelktem Gras. Dazu ist Luftabschluss erforderlich.

Bei Heu als Konservierungsform ist das Witterungsrisiko deutlich höher als bei Silage. Das Silage kann in 1-2 Tagen eingeholt werden:

1. Tag: Mähen und Zetten (Auseinanderwerfen des Mähgutes)

2. Tag: Nochmaliges Zetten, Schwaden, Häckseln und Silieren.

Während Silage optimalerweise bei einem Wassergehalt von 65% eingefahren wird, sollte Heu nicht mehr als 15% Wasser enthalten. Daher muss das Heu zur Trocknung wesentlich länger auf dem Feld verbleiben (bis zu mehrere Tage, Silage zum Teil nur 1-2 Tage).

Der Bauer muss seine Grünflächen extrem gut kennen und sich überlegen welche Wiesen er extensiv oder intensiv nutzt. Bei extensiver Flächennutzung werden die Flächen zum Teil nur ein bis zweimal pro Jahr gemäht (Kuh- und Pferdeweiden), bei intensiver Landbewirtschaftung drei bis fünf mal pro Jahr.

Nachdem also das erste junge Gras siliert ist folgt der erste Schnitt - der Heumahd - auf den "Heuwiesen". Das Heu umfasst die faser- und kohlehydratreichen Gräser bis zur ersten Blüte, und die typischen Frühlings-Wiesenblumen (Hahnefusse, Schafgarben, uä.). Das Heu (getrocknetes Gras) eignet sich besonders zur Fütterung von Pferden da es gröber und sperriger als die nachfolgenden Schnitte ist.

Seine Ernte erfordert wegen des langen Trocknungsprozesses auch bei gutem Wetter 3 bis 4 Tage Zeit:

    • 1. Tag: Mähen, Zetten, ( das Auseinanderwerfen des Mähgutes)
    • 2. Tag: Wenden
    • 3. - 4. Tag: Wenden, Schwaden, Laden, Einfahren und Einlagern

Der zweite und jede weitere Schnitt heisst dann Emd. Emd ist im Allgemeinen als alleiniges Raufutter für die Rinder zu weich und fein und für die Pferde ungeeignet. Deshalb füttern wir die Rinder im Winter zusätzlich zum Emd mit Silage. Emd wird gleich wie Heu gewonnen.

Dann gibt es noch das Mulchen. Die Weiden werden abgemäht mit gleichzeitigem Zerkleinern des Mulchgutes. Dazu werden Sichel - oder Schlegelmulchgeräte verwendet. Vorteil gegenüber dem Mähen ist, dass auch gröbere und verholzte Pflanzen damit abgeschlegelt und zerkleinert werden können. Das Mulchgut bleibt - möglichst fein zerteilt - auf der Fläche liegen und verrottet dort wesentlich schneller als langstieliges Mähgut.

Also wie ihr seht ist selbst das Gras schneiden eine Physik für sich und eine hohe Kunst des Bauern.

Nachdem Geri über Pfingsten siliert hat folgt nun also der erste Schnitt auf den Heuwiesen. In dieser Parzelle ist die Zugänglichkeit mit dem Traktor suboptimal weshalb Geri eine Fläche von Hand mäht:


Karin und ich rechen das Gras fein säuberlich zusammen damit schöne Mahden entstehen und mit dem Ladewagen problemlos aufgenommen werden können:

Eigentlich würde man nun direkt zetten. Das heisst, das Heu zum Trocknen auf der Wiese verteilen. Da die Bäume aber reichlich Schatten werfen laden wir die Mahden auf und verteilen diese zur Trocknung etwas weiter unten auf der sonnigen Grünfläche:

 

Man beachte Geri im Rückspiegel beim Abladen des frisch geschnittenen Grases während ich gemächlich den Traktor fahre...: 

Die grösseren Haufen müssen für den Zetter noch von Hand verteilt werden:

 

Macht richtig Spass:  

 

Karin wird in den nächsten 3 Tagen 1-2 Mal zetten, genauer gesagt heisst das das Wenden von Erntegut mit einem Heuwender:

Da haben wir uns aber nach dem Mittagessen Kaffee und Kuchen redlich verdient. Ist das nicht ein lauschiges Plätzchen?

 

Da sitzen wir nun... 

...unter diesem riesigen, schönen Blätterdach: 

 

Bei 30 Grad kriegt man höllischen Durst. Auch die Hühner spüren die trockene Kehle:


Der Andrang ist gross am Wasserloch: 

 

Köpflein in das Wasser, Schwänzlein in die Höh... 

 

Die Zwiebeln erhalten etwas Bio-Doping und zwar hauseigene Holzasche:


 

Saubere Holzasche" enthält viele wichtige Elemente, wie Kalk, Kalium, Phosphat und Eisen etc.

 

Der Rest der Asche kriegen die Hühner und nutzen sie zur Reinigung ihres Federkleides.

Ich stehe unter strenger Beobachtung des Hausherrn beim Einleeren der Asche: 

Läck bobi... der ist für n'Witzchen nicht zu haben:

Meine Damen - das Freibad ist eröffnet:

Der Bademeister erfüllt seine Aufsichtspflicht:

 

Es waren einmal ganz kleine Pflänzchen...

 

... von wegen... wachsen tun die im Eiltempo...

... und da kommen sie, die ersten Tomaten:

Schön die Wassertropfen an den Tomatenblättern. Die funkeln so schön im Sonnenlicht: 

 

Auch unserer Rinderjungmannschaft ist's zu heiss diese Tage und liegen brav am Weidestrand:


War doch Aline vor 8 Wochen noch so hilflos klein...:

...da ist jetzt nix mehr zusehen davon. Eine junge Lady ist sie schon geworden:

 

Und auch Nina hat in den letzten 2 Monten einen ziemlichen Schub hingelegt:

 

 

Toll, die Rhabarber steht einfach so im Garten: 

... und Karin hat daraus einen leckeren Rhabarberfladen gemacht...

 

A propos essen: Meine Spinatquiche ist einfach ein Foto wert. Stolz ich bin:

 

Mama Hasi ruft ihre Mannschaft ebenfalls zu Tisch. Ach ja... es gab dann mal wieder 6 kleine Häschen zwischendurch:

 

Schnell überprüfen ob auch alle ihre Pfoten und Ohren geputzt haben: 

 

Hä...? wo ist schon wieder mein Stühlchen?

 

Wenn dann mal Ordnung herrscht am Tisch wird friedlich und sittenhaft gemampft:

 

Diese Ecke des Wohnhauses gefällt mir besonders gut. Man beachte eine Lila Blüte in der Mitte des Bildes:

So sieht sie von Nah aus die Clematisblüte:

Der Storchenschnabel macht sich im Garten auch wunderbar:

 

Das Unkraut hat stark zugeschlagen in den letzten Wochen und es wird höchste Zeit zum Jäten. (Das ist Bio meine Damen und Herren, da wird nix gespritzt wie man am Unkraut sehen kann...)

Mit der Pendelhacke geht's fleissig an die Arbeit:

Ups falsches Bild... 

Genau das meinte ich... fleissig an die Arbeit:

 

 

Ist das nicht toll - unmittelbar nach getanter Arbeit kommt sie - die erfüllte Befriedigung:

 

 

Die Kefen blühen in ihrer schönsten Pracht:

Ich bin fasziniert über ihre Kletterkünste:

 

 

Aus der Blüte entsteht sie dann die Kefe. Sie ist eine Erbsensorte aus der Familie der Fabaceae. 

Jetzt ist sie reif zur Ernte:

Schon eine Kiste voll gab's letzten Freitag:

 

Am Fenchel hat sich's eine Schwalbenschwanzraupe bequem gemacht: 

 

 

Ein schöner Schwalbenschwanz Schmetterling wird sie später einmal sein: 


 

Das mittlerweile trockene Heu hat Geri zu Schwaden zusammengeführt und wir rechen die letzten Halme zusammen:

 

Vier solche Ladungen gabs an diesem Nachmittag und das Heu wird durch ein Gebläse direkt in den Heustock gezogen. Da muss man echt aufpassen dass einem die Heugabel nicht aus den Händen gerissen wird - man hat der n'Zug drauf....  

Alle helfen mit bis auch das letzte Stückchen Heu drin ist:

Das Gebläse welches das Heu direkt in den Heustock saugt:

 

Olivia, Otto und Oskar kriegten von mir diese Tage immer mal wieder eine Abkühlung:

 

Die haben das echt cool gefunden:

 

Das war's wieder für diese Woche und es grüsst euch eure Heumagd Ramona       

 

21.6.10 20:52
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(13.7.14 15:05)
:sos:


(13.7.14 15:06)
(loo)

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